Mobilitätschallenge
Stadt La Chaux-de-Fonds

Wie ein einmonatiger Praxistest die Zahl der Veloteilnehmenden verdreifachte und schätzungsweise 2'500 Autofahrten ersetzte.
Teilnehmende der Challenge für aktive Mobilität auf dem öffentlichen Platz in La Chaux-de-Fonds

Ein Monat, um die Gewohnheit Auto zu durchbrechen

Die Challenge für aktive Mobilität entstand auf Initiative des Verkehrs-Clubs der Schweiz, Sektion Neuenburg (ATE). Die Stadt La Chaux-de-Fonds war sofort vom Projekt überzeugt und finanzierte die erste Ausgabe im September 2025. Das Ziel: konkrete Alternativen zum Auto bekannt machen – sowohl mit dem Velo als auch im öffentlichen Verkehr.

Jeder Partner steuerte einen Teil zum Angebot bei. Die ATE initiierte und koordinierte die Challenge, die Stadt finanzierte und bewarb sie, transN erleichterte den Zugang zum öffentlichen Verkehr und Torks stellte die E-Bikes sowie den nötigen Service während des Tests bereit.

Ein Praxistest auf 1'000 Metern Höhe

In La Chaux-de-Fonds haben Gelände, Höhenlage und winterliche Bedingungen die Rolle des Velos im Alltag lange eingeschränkt. Das E-Bike verändert die Ausgangslage: Die gleichen Wege, die sonst mit dem Auto zurückgelegt werden, lassen sich testen, ohne dass Steigungen zur Hürde werden.

Das Prinzip der Challenge ist bewusst einfach. Autobesitzende verpflichten sich, ihr Fahrzeug einen Monat lang so oft wie möglich stehen zu lassen. Im Gegenzug erhalten sie ein ÖV-Abonnement oder ein E-Bike und dokumentieren ihre Erfahrungen in einem Mobilitätstagebuch.

An der ersten Ausgabe nahmen 66 Personen teil. Neun von ihnen entschieden sich für ein Torks-Velo. Für die Organisatoren diente diese erste Gruppe sowohl dazu, Veränderungen anzustossen, als auch praktische Hindernisse zu verstehen. Das teilweise schwierige Septemberwetter, ÖV-Anschlüsse und einzelne technische Probleme lieferten konkrete Erkenntnisse für die Fortsetzung.

Bildnachweis: Kommunikationsdienst der Stadt La Chaux-de-Fonds

Von 9 auf fast 30 Veloteilnehmende

Die zweite Ausgabe fand im Juni 2026 statt. Wiederum nahmen rund 60 Personen teil, doch fast 30 von ihnen entschieden sich diesmal für ein Torks-Velo – mehr als dreimal so viele wie im ersten Jahr.

Die Gruppe reichte von jungen Berufstätigen über Familien bis zu pensionierten Personen. Erstmals wurde zudem eine Junior-Karte angeboten, um Familien die Nutzung des öffentlichen Verkehrs mit ihren Kindern zu erleichtern.

Das Wachstum zeigt die Wirkung einer Aktion, die die wichtigsten Hürden vorübergehend beseitigt. Die Teilnehmenden müssen weder ein für sie unbekanntes Velo kaufen noch ihre gesamte Mobilität allein neu organisieren. Sie können die Lösungen im echten Alltag vergleichen – auf dem Arbeitsweg, beim Einkaufen oder auf dem Weg zum Bahnhof.

Bildnachweis: Kommunikationsdienst der Stadt La Chaux-de-Fonds

Mehr als 4'000 Kilometer in einem Monat

Die aggregierten Daten der Torks-Velos zeigen, wie intensiv der Test 2026 genutzt wurde:

  • mehr als 4'000 Kilometer während der Challenge;
  • schätzungsweise 2'500 ersetzte Autofahrten;
  • eine durchschnittliche Distanz von rund 5 Kilometern pro Fahrt;
  • fast eine tägliche Velofahrt pro teilnehmender Person.

Die meisten Fahrten fanden innerhalb von La Chaux-de-Fonds statt. Weitere führten nach Le Locle oder zum Bahnhof, wo das Velo zum ersten Teil einer anschliessenden Zugreise wurde. Genau bei diesen kurzen Stadtwegen bleibt der Griff zum Auto häufig ein Reflex.

Bildnachweis: Kommunikationsdienst der Stadt La Chaux-de-Fonds

Der Praxistest als Hebel für dauerhafte Veränderung

Für Torks reicht das wichtigste Ergebnis über die während eines Monats zurückgelegte Distanz hinaus. Schätzungsweise jede zweite Person, die ein Torks-Velo erhielt, dürfte auch nach der Challenge weiterfahren.

Menschen das Velo in ihrem Alltag ausprobieren zu lassen, ist eine der wirksamsten Massnahmen, um Gewohnheiten dauerhaft zu verändern.

Gemessen an seiner Wirkung bleibt das Angebot schlank. Die öffentliche Hand finanziert ein zeitlich begrenztes Erlebnis, während die Teilnehmenden sofort feststellen, ob eine andere Organisation ihrer Wege für sie funktioniert. Selbst wenn sie ihr Auto weiterhin gelegentlich nutzen, kennen und beherrschen sie danach eine echte Alternative.

Ein übertragbares Angebot für Städte und Unternehmen

Die Challenge entspricht direkt der Mission von Torks: Velomobilität fördern, indem praktische Hindernisse für einen Test beseitigt werden. Torks stellt die Velos bereit, begleitet die Teilnehmenden und liefert eine aggregierte Auswertung der Nutzung. Die Stadt oder das Unternehmen kann sich damit auf die Aktivierung des Zielpublikums und die Einbindung in den Mobilitätsplan konzentrieren.

Nach dem Erfolg der Ausgaben 2025 und 2026 ist eine dritte Ausgabe vorgesehen. Das Format bietet zudem ein übertragbares Modell für andere Städte und Arbeitgeber, die das Velo erlebbar machen möchten, ohne zuerst in eine dauerhafte Flotte zu investieren.

Bildnachweis: Kommunikationsdienst der Stadt La Chaux-de-Fonds

Mitteilungen und Medienberichte

Die Challenge in den Medien

Canal Alpha: Bilanz der ersten Ausgabe 2025

Im September 2025 ziehen Teilnehmende und Partner Bilanz über den ersten autofreien Monat.

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RTS: Bilanz nach einem Monat ohne Auto 2026

RTS begleitet eine Teilnehmerin und zeigt die während der zweiten Ausgabe beobachteten Nutzungsarten.

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Canal Alpha: dreimal mehr Veloteilnehmende im Jahr 2026

Torks präsentiert aggregierte Daten zu den während der Challenge zurückgelegten Velofahrten.

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